Blog: Virusmutationen

Nach einer längeren Blog-Pause gibt es wieder einmal genug Themen für mich, um darüber zu schreiben.

Im Grunde genommen ist jetzt das passiert, wovor ich mich seit Beginn der Pandemie am meisten gefürchtet habe. Das Virus ist mutiert.

Was heißt das eigentlich? Das Virus infiziert eine Zelle und „zwingt“ diese dazu, eine hohe Zahl neue Viren zu produzieren. Bei jeder dieser Replikationen wird die gesamte Virus-RNA kopiert. Wobei kopiert das falsche Wort ist. Genaugenommen wird sie von einem Enzym, der RNA-Polymerase, Base für Base abgeschrieben. Und dabei passieren Fehler. Die Viren unterscheiden sich somit untereinander nach jeder „Kopie“ minimal. Wenn nun ein Fehler passiert, der für das weitere Überleben des Virus einen Nachteil mit sich bringt, so wird dieses neue Virus in weiterer Folge wieder aussterben. Wenn nun dieser Fehler für das Virus einen Überlebensvorteil bringt, indem es zum Beispiel leichter in unsere Zellen eindringen und uns infizieren kann, dann wird diese neue Variante des Virus aufgrund von diesem Vorteil über kurz oder lang die alte Variante verdrängen.

Genau das ist jetzt passiert: die „Britische“ B 1.1.7. Variante des COVID-Virus funktioniert aus Sicht des Virus besser wie sein Vorgänger, hat also einen entscheidenden Überlebensvorteil. Dieser Überlebensvorteil für das Virus ist für uns natürlich ein entscheidender Nachteil, weil noch schneller noch mehr Menschen an COVID-19 erkranken.

Im Moment sieht es so aus, als ob die im Moment um sich greifende Mutation zwar eine bessere Bindung zum ACE Rezeptor aufbauen kann und somit über diesen leichter in die Zelle eindringen und diese infizieren kann. Allerdings scheint diese entstandene Veränderung an der Virus-Oberfläche die Wirkung der aktuellen COVID-Impfungen nicht zu beeinträchtigen. Und auch der Verlauf der einzelnen COVID-Erkrankungen und die Zahl der schweren Verläufe scheint unverändert.

Was kann also auf uns zukommen? Mit etwas Pech kann sich in nächster Zeit eine Virusmutation entwickeln, bei der der Impfstoff nicht mehr greift. Dann müssten die Impfstoffe entsprechend geändert werden und eine neuerliche Impfung wäre nötig (ähnlich der Influenza – alle Jahre wieder neu).

Ich lese täglich in den sozialen Medien, dass sich unser Bildungsminister für die Schulöffnung endlich eine vernünftige Strategie einfallen lassen soll. Mein Problem dabei ist, dass ich mir bei einem nun doch recht infektiösen Virus keine Strategie vorstellen kann, bei der ich vermeiden kann, dass sich 15 oder gar 30 Menschen, die sich über Stunden im gleichen Raum befinden, nicht gegenseitig mit dem Virus anstecken.

Fazit: für mich bleibt das System Hoffnung. Die Hoffnung, dass die Impfung funktionieren wird. Die Hoffnung, dass das Virus bis Sommer oder Herbst (wenn dann zumindest alle, die sich impfen lassen, geimpft sind) keine weiteren „Mutanten“ entwickelt, gegen die die Impfung nicht mehr schützen würde. Die Hoffnung, dass wir die Pandemie wirklich im Griff haben werden – und nicht umgekehrt.