Blog: Lockdown-Ende und Massentests

Die Entscheidung der Regierung, den harten Lockdown mit Montag weitgehend aufzuheben, hat mich doch einigermaßen überrascht. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, wurde zu Beginn des harten Lockdowns einmal von einem Ziel von unter 1000 Neuinfektionen täglich gesprochen – und davon sind wir ein gutes Stück entfernt.

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Blog: COVID-Massentests Teil II

Die Vorbereitungen zu den Massentests sind seit dem „Blitzüberfall“ der Tiroler Landesregierung auf die Gemeinden jetzt voll im Gange.

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Blog: COVID-Massentests Teil I

Kaum hat unsere Regierung eine Idee, schon gibt es wieder Zwischenrufe, das wäre Blödsinn. Im Moment ist das Thema die geplanten COVID-Massentests der Bevölkerung mit Antigen-Schnelltests.

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Blog: 4:3 - oder COVID im Pflegeheim

Leider muss ich heute Vormittag wieder einmal einen Totenschein für einen Bewohner von unserem Pflegeheim ausstellen. Es steht 3:4 für COVID. Wir hatten vier erkrankte Bewohner, drei von ihnen sind verstorben.

Auch in den Medien ist die enorm hohe Zahl an COVID-Toten in den Wohnheimen im Moment ein großes Thema. Wir haben dort die mit Abstand am stärksten gefährdete Gruppe innerhalb unserer Bevölkerung. Mein Patient, den ich nach der Vormittagsordination zum letzten Mal im Zuge der Totenbeschau besuchen werde, hatte eine COPD und brauchte permanent Sauerstoff, er war übergewichtig und Diabetiker und konnte ohne fremde Hilfe das Bett nicht mehr verlassen. Bereits bei Diagnosestellung vor knapp drei Wochen war klar, dass er keine gute Prognose haben wird.

Wie sollen wir jetzt mit diesen Menschen umgehen? Wir sollten einfach ihren Willen respektieren. Mein Patient hat zu Beginn der Erkrankung ganz klar ausgedrückt, dass er - komme was wolle - auf keinen Fall in ein Krankenhaus will. Auch wenn er sterben sollte, wolle er das bei uns im Pflegeheim. Wir sprechen dann von einer - wie es so schön heißt - "best supportive care". Wir kümmern uns bei diesen Patienten darum, dass sie möglichst nicht an ihrer Krankheit leiden müssen. Es wird ein sogenannter Palliativplan erstellt, in dem exakt festgehalten wird, was der Patient in welcher Menge erhalten darf. Sauerstoff und Morphium bei Schmerzen, Angst oder Atemnot. Unsere Aufgabe ist es, ein menschenwürdiges, selbstbestimmtes Ende des Lebens zu ermöglichen - allerdings niemals aktiv einem Leben ein Ende zu setzten! Auf diese Weise erweisen wir unseren älteren Mitmenschen den letzten Respekt, ein Sterben in ihrer vertrauten Umgebung - und helfen andererseits mit, die medizinischen Strukturen in den Krankenhäusern zu entlasten. 

Blog: 10.000 x gelesen

Diese Woche hatte mein Blog den zehntausendsten Zugriff! DANKE für Euer Interesse! Es macht natürlich wesentlich mehr Spaß zu schreiben, wenn es auch gelesen wird.

Blog: Lockdown-Zwischenstand

Seit Dienstag haben wir nun also einen "harten" Lockdown. Es wäre aber verfrüht, jetzt bereits Rückgänge der Neuinfektionen aus dieser Maßnahme zu erwarten.

Der erste Lockdown wurde am 16. März 2020 gestartet. Die höchste Zahl an täglichen Neuinfektionen hatten wir mit einer vergleichsweise geringen Anzahl von 1050 am 26. März, also 10 Tage später. Wir müssen somit auch jetzt davon ausgehen, dass wir das Ergebnis des aktuellen "harten" Lockdowns erst kommende Woche (Richtung Wochenende) sehen werden.

Die aktuelle Stabilisierung der Infektionszahlen auf einem leider recht hohen Niveau ist noch das Ergebnis des vorausgegangenen "weichen" Lockdowns. Die 7 Tages-Inzidenz (Durchschnitt der Neuinfektionen der letzten 7 Tagen pro 100.000 Bewohner) in Österreich ist nun ein klein wenig von etwas über 500 auf 480 gesunken. So lange allerdings die täglichen Neuinfektionen im vierstelligen Bereich sind, werden täglich Neupatienten im zweistelligen Bereich eine intensivmedizinische Versorgung benötigen. Bei den recht langen Intensivaufenthalten von COVID-19 Patienten wird es bis Ende kommender Woche für unsere medizinische Versorgung schwer kranker Menschen doch recht eng werden. 

Somit dürfen wir mit einer Trendwende erst etwas mehr wie eine Woche vor dem im Moment noch geplanten Ende des laufenden Lockdowns rechnen. Bis dahin wird die Situation in unseren Krankenhäusern eine mehr wie angespannte sein. Das System gerät an seine Belastungsgrenze. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass sich in der darauf folgenden letzten Woche des Lockdowns an dieser Situation irgendetwas gravierend ändern wird.

Von daher verstehe ich auch die aus der Not geborene Idee der Regierung mit Massentests der Bevölkerung mittels Antigen-Schnelltests. Um zumindest eine kleine Chance zu haben, den Lockdown zum geplanten Termin mit 8. Dezember (zum Weihnachtsgeschäft) aufzuheben. Und um die Geschäfte zumindest bis über Weihnachten offen zu halten.

Wenn ich auch nur mit 80% Sensitivität der Tests rechne, so finde ich doch 4 von 5 COVID-Infizierte und kann verhindern, dass diese die Erkrankung im Bekanntenkreis, in der Arbeit oder in der Schule weiterverbreiten. 

Allerdings sehe ich hier zwei Probleme:

1) die teilweise nicht vorhandene Bereitschaft in der Bevölkerung, mitzumachen. Ich hatte gestern Abend auf Facebook eine Diskussion mit einer Dame, welche meinte, sie wird sicher keinen Schnelltest machen. Wenn sie positiv wäre müsste sie ja dann bis Weihnachten in Quarantäne. Dass sie andere anstecken könnte ist ihr egal.

2) das größere Problem sehe ich in der Organisation: es gilt, in wenigen Tagen einige Millionen Menschen zu testen. Abgesehen davon, dass derzeit kaum Antigentests am Markt erhältlich sind (hoffentlich vom Bund aufgekauft), ist es eine enorme Herausforderung, täglich mehrere hunderttausend Menschen zu testen. Ohne enorme Wartezeiten - weil diese die Motivation sich testen zu lassen, nochmals deutlich senken würden. 

Angenommen eine Teststraße schafft alle 2 Minuten einen Test (mit ausreichend Personal zur Datenaufnahme, Testentnahme, Testdurchführung und Testeingabe bzw. Bescheiderstellung) und arbeitet 12 Stunden am Tag mit wechselnden Teams durch: dann schafft diese Teststraße gerade einmal 360 Tests täglich. Angenommen, die Tests sollten in einer Woche fertig sein, und angenommen, etwas weniger wie die halbe Bevölkerung lässt sich testen, so bräuchten wir in Österreich 1.500 solcher Teststraßen. Die Regierung hat von heute weg noch 2 Wochen Zeit. Ich würde diese Maßnahme zumindest einmal als ambitioniert bezeichnen. Wenn ich mir im Gegenzug die Überforderung unserer Behörden mit den aktuellen paartausend positiven Fällen täglich ansehen, dann melden sich bei mir doch Zweifel, wie das ganze funktionieren soll und wird. 

 

Blog: wo ist der Lockdown & Expertenmeinungen

Ich musste jetzt gerade meine Tochter zum einem Termin nach Innsbruck bringen. Ich hatte die Idee, mit unserem Hund inzwischen eine halbe Stunde durch die im Lockdown wohl verlassene Stadt und am Inn entlang ein Stück spazieren zu gehen. 

Welch ein Irrtum: wie in den besten Zeiten sind alle Parkplätze belegt. In den Straßen herrscht fast schon Gedränge, am Innufer tummeln sich junge und nicht mehr ganz so junge Menschen - als wenn nichts wäre. Dass gestern in Österreich alle 13 Minuten ein Mensch an COVID verstorben ist, ist wohl völlig egal. Wo ist der Lockdown???

Es beginnen nun aber der Reihe nach Experten, die das ganze Getue um COVID eher nicht so eng gesehen haben, "Fehler" in ihrer Einschätzung eingestehen. So geschehen beim bekannten deutschen Virologen Hendrick Streek, und nun auch beim Grazer Public-health Spezialisten Martin Sprenger. Nur bei den Teilen der Bevölkerung, denen diese "alles nicht so Schlimm"-Sicht der Dinge bis jetzt recht willkommen gewesen zu sein scheint, hat sich das leider irgendwie noch nicht durchgesprochen.

Der zuverlässigste Experte, dessen Zahlen am besten stimmen (und der mir aus der Seele spricht) ist im Moment der Mathematiker Erich Neuwirth auf Twitter. Nur so als Tipp für alle Interessierten.

Blog: Lockdown

Am 29. Oktober habe ich in meinem Blog geschrieben: „Wie bereits vor einer Woche in meinem Blog befürchtet, steuern wir unweigerlich auf einen Lockdown zu.“ Nun, zwei Wochen später, ist es so weit.

Es war einfach absehbar. Und ich bin kein Experte. Kein Virologe, kein Epidemiologe, kein Mathematiker. Gut, mit ein klein wenig Statistikwissen als Pharmakologe. In erster Linie aber mit Hausverstand bewaffnet – und dieser scheint in Zeiten wie diesen ein ganz guter Berater zu sein.

Wenn die Fallzahlen beginnen, exponentiell zu steigen. Wenn in den Schulen vermehrt Klassen geschlossen werden müssen. Wenn wir in unserem kleinen Wohnheim die ersten COVID-Toten haben. Wenn die COVID-Erkrankten in unserer Praxis von Tag zu Tag mehr werden. Wenn die Zahlen der COVID-Erkrankten in Krankenhäusern und auf Intensivstationen von Tag zu Tag mehr werden. Wenn das Contact-Tracing durch die Behörden de Facto gescheitert ist. Und wenn die Menschen in den Einkaufszentren weiterhin tun, als ob es COVID-19 gar nicht gäbe. Wohin soll das alles denn führen, wenn nicht zu einem kompletten Lockdown?

Es ist aber müßig, jetzt Schuldige an der Situation zu suchen. In der Bevölkerung, in der Politik, oder wo auch immer. In erster Linie muss es unser Ziel sein, uns zu überlegen, wie es nun weitergehen soll.

Ich wage wieder einmal eine Prognose. Evidenzbasis: Hausverstand. Der für nun gut 2 ½ Wochen angesetzte Lockdown ist verdammt kurz!

Wir haben mittlerweile deutlich über 500 COVID-Erkrankte auf den Intensivstationen. Von den rund 40.000 Neuinfektionen der letzten 5 Tage werden in der kommenden Woche geschätzt 400 weitere Menschen (1%) intensivmedizinische Betreuung brauchen.

Mit etwas Glück beginnen in etwa einer Woche, die Zahlen der Neuinfektionen deutlich zu sinken. Es werden nochmals etwa 200 bis 300 Menschen eine intensivmedizinische Betreuung brauchen.

In zwei Wochen werden wir hoffentlich den Effekt des Lockdowns richtig bemerken. Die Intensivstationen werden bis dorthin aber am absoluten Limit sein, auch wenn inzwischen einige Menschen die Intensivstationen wieder verlassen werden – tot oder lebendig. Ärzte werden bereits in der einen oder anderen Situation entscheiden müssen, welcher Patient nun die bestmögliche Versorgung erhält – und welcher nicht mehr („Triage“). Und das betrifft nicht nur COVID-Patienten, sondern z.B. auch Patienten mit Herzinfarkt, nach schweren Operationen oder auch nach Unfällen.

In Summe schätze ich, dass wir in den nächsten 14 Tagen nochmals mindestens 500 COVID-Tote in Österreich sehen werden.

Angenommen, die täglichen Neuinfektionen würden in zwei Wochen wieder unter 1000 Neuinfektionen täglich sinken, dann wären wir wieder da, wo wir von etwa einem Monat waren. Mit dem Unterschied, dass die die Situation in den Krankenhäusern eine ziemlich angespannte sein wird.

Können wir den Lockdown dann einfach beenden und so weitermachen wie vorher? Um dann spätestens drei Wochen später in den nächsten Lockdown zu stolpern?

 

Wir werden – falls überhaupt - ein sehr behutsames Öffnen nach dem Lockdown brauchen. Mit Einschränkungen im Handel, in den Schulen, in den Kirchen. Überall, wo größere Menschenmengen aufeinandertreffen. Mit weiterhin bestehenden Einschränkungen unserer Freiheiten. An unsere Kollektive Vernunft glaube ich leider schon länger nicht mehr…

Blogeintrag: Twitterblasen

Heute werde ich mich mal nicht über COVID auslassen. Die Zahlen scheinen (zu hoch) stabil, und ich bin ein wenig müde...

Hatte aber ein lustiges Erlebnis auf Twitter, wo ich mich seit etwa zwei Jährchen in einer selber gebastelten "Blase" (man sucht sich ja selber aus, wem man folgt...) bewege. Nachdem ich in dieser Zeit gerade einmal gut hundert "Follower" angesammelt habe, bekomme ich auf meine "Tweets" (für die Nicht-Twitterer: für das, was man dort von sich gibt) meistens so plusminus 10 Reaktionen, und das im Allgemeinen von denselben Menschen.

Habe vorgestern Abend dort getwittert:

"Vor 3 Wochen: 0 positive COVID-Antigen-Schnelltests in der Praxis

Vor 2 Wochen: 2 positive Tests

Letzte Woche: 5 positive Tests

Heute an nur einem Tag: 5 positive Tests.

Alles in Butter ... Lockdown wirkt. Oder?"

Und plötzlich ging es auf - Likes, Retweets, Antworten (natürlich auch genug Kritik), in Summe gegen 300 Reaktionen - statt den gewohnten 10.

Unser ZIB-Anchorman Armin Wolf hat meinen Tweet geteilt. Und plötzlich hat man Publikum. Danke Armin Wolf, hat Spaß gemacht ;-)

Und morgen freue ich mich dann wieder über die üblichen 10 Reaktionen.

 

COVID19 und Schule

In den letzten Tagen flammt eine zunehmende Diskussion über Schulschließungen aufgrund der steigenden COVID-19 Fallzahlen auf.

Ich unterstelle an dieser Stelle einmal, dass es politisch im Moment aufgrund des Widerstands in der Bevölkerung ziemlich unpopulär ist, Schulen zu schließen. Es wird immer wieder auf die im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung bei Kindern niedrigere Anzahl an positiven COVID-Tests verwiesen.

Den aktuellen AGES Daten nach gibt es in den Gruppen der 0 bis 4 Jährigen und der 5 bis 15 Jährigen tatsächlich empfindlich weniger COVID-Fälle wie in den anderen Altersgruppen. Erst in der Gruppe der 15 bis 24 Jährigen steigen die Zahlen deutlich an.

Allerdings wird beflissentlich vergessen zu erwähnen, dass in der aktuellen Teststrategie Tests bei Kindern unter 10 Jahren nur sehr eingeschränkt vorgesehen sind. Und ohne durchgeführte Tests gibt es auch keine positiven Resultate.

Diesen Zahlen steht allerdings das Ergebnis der letzten Gurgelstudie in Wien diametral gegenüber: bis 23. Oktober wurden 5.900 Kinder in Wiener Schulen getestet. Gut 3,5% der getesteten Kinder waren positiv!

Zum Vergleich: am 23. Oktober gab es in ganz Österreich offiziell gut 18.000 bekannte COVID-Fälle, etwa 0,2% der Bevölkerung.

Das bedeutet, dass die Rate der in Wien COVID-positiv getesteten Schüler am 23. Oktober 2020 mit 3,5%  17,5 (in Worten: Siebzehnkommafünf!) Mal so hoch war wie die Positiven-Rate der österreichischen Bevölkerung.

Natürlich war der Großteil der Schüler asymptomatisch. Allerdings schließt das nicht aus, dass diese Kinder COVID-19 weitergeben können. In Anbetracht dessen, dass wir beim Contact-Tracing im Moment bestenfalls 25% der Neuinfektionen rückverfolgen können, halte ich eine Verbreitung durch Kinder sogar für wahrscheinlich.

Vielfach wird auf die bei Kindern unter 10 Jahren in geringerem Maße vorhandenen ACE-Rezeptoren (die das Virus zum Andocken braucht) verwiesen. Eines habe ich aber in meiner 6-jährigen Tätigkeit in der Grundlagenforschung an der Uni Innsbruck gelernt: nur weil etwas biochemisch erklärbar ist, beweist das noch lange nicht, dass es dann tatsächlich auch funktioniert.

Leider werden wir in der Bevölkerung aufgrund der völlig unterschiedlichen Lebenssituationen keinen Konsensus in dieser Frage finden. Ich wünsche mir, dass meine Kinder zu Hause bleiben dürfen. Eine alleinerziehende Mutter ist mit dieser Situation aber plötzlich in einer Notlage.

Warum dürfen nicht zumindest die Kinder jener Eltern, welche zu Hause ohne Probleme Homeschooling schaffen, auch zu Hause bleiben? Die Klassen wären ausgedünnt, und es gäbe unter den Kindern, die in die Schule gehen wollen / müssen, weniger Infektionen. Im Moment steuern wir in großen Schritten auf einen kompletten Lockdown auch in den Schulen zu.

Aber hört bitte endlich mit der unhaltbaren Aussage auf, Schulen wären keine Infektionsherde!

Blogeintrag 5.11.: Fallzahlen

Heute wurde mir die Frage gestellt, warum es „plötzlich“ so viele positive Fälle gibt.

In meinem Blog am 17. Oktober habe ich geschrieben: 1747 bestätigte COVID-Fälle, 120 intensivpflichtige Patienten in Österreich.

In den letzten 24 Stunden hatten wir mehr als 7400 bestätigte COVID-Fälle, 383 intensivpflichtige Patienten.

Diese Zahlen zeigen uns schlicht und ergreifend, dass wir nicht nur einen gerne so genannten „Labortsunami“ produzieren, sondern dass auch die Zahl der schwer an COVID-Erkrankten Menschen deutlich ansteigt.

COVID 19 ist – auch wenn ein Teil der Bevölkerung das zumindest bisher nicht wahrhaben wollte – ansteckender als Influenza.

COVID 19 hat – wenn es auch für einen großen Teil der Bevölkerung eher harmlos ist – trotzdem bei ein paar Prozent der Erkrankten (und das sind nicht nur alte Menschen!) einen schweren Verlauf. Derzeit sind über 2500 Menschen in Österreich wegen COVID-19 im Krankenhaus, davon wie bereits erwähnt über 380 auf einer Intensivstation. Und etwa 2-3 von tausend Erkrankten sterben.

Und weil bisher von der „Aluhutfraktion“ COVID-19 als Todesursache gerne mit anderen Todesursachen verglichen wurde:

Es gibt derzeit pro Tag in Österreich im Schnitt durch

Verkehrsunfälle: 1-2 Tote

Selbstmorde: 3 Tote

COVID-19: 20-30 Tote, Tendenz deutlich steigend

Krebs: 60-70 Tote

Wenn die Notbremsung mit dem Lockdown nicht sehr plötzlich zu wirken beginnt, dann wird COVID als Ursache für tägliche Todesfälle auch noch Krebserkrankungen einholen. Und ich zweifle daran, dass der Lockdown in seiner aktuellen Form reicht.